Mittwoch, 11. August 2010

Tag 42 - Altstadt

Die letzte Nacht wurde von vielen Feuerwerken und Krach begleitet. Grund dafür war der Beginn des Fastenmonats Ramadan. Für jeden Muslim heißt das von Sonnenaufgang bis -untergang nichts essen, trinken und auf Genussmittel aller Art zu verzichten! Unser Morgen begann mit einer Überraschung. Als wir in die Kappelle zur Morgenadacht kamen, saß dort ein bekanntes Ehepaar aus Söllingen. Das anschließende Frühstück nahmen wir an einer ritterlichen Tafel zu uns. Um die Altstadt besser kennen zu lernen, machten wir uns auf zum Jaffa-Tor, von dem aus wir an einer kostenlosen dreistündigen Führung auf Englisch teilnahmen. Sie führte uns durch alle Stadtviertel und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Erster Programmpunkt war das armenische Viertel - mit 2.000 Einwohnern das ruhigste und kleinste - gefolgt vom jüdischen (4.000 Einwohner). Dann führte uns Alex, der Guide, zur Klagemauer. Der Bereich ist für Frauen und Männer strikt getrennt. Frauen müssen einen Schaal - Männer eine Kippa (Kopfbedeckung der Juden) tragen. Nach diesen Eindrücken ging's ins muslimische Viertel, das mit 20.000 Bewohnern das größte und belebteste ist. Durch einige enge Gassen und Märkte kamen wir schließlich ins christliche Stadtviertel (10.000 Einwohner). An der Erlöserkirche vorbei kamen wir zur Grabeskirche, auf deren Nebendächer äthiopische Mönche leben und Gemüse anpflanzen. Die Tour endete wieder am Jaffa-Tor und wir hatten schon einen riesen Hunger. So besuchten wir nach dem Mittagessen und einem kurzem Mittagsschlaf, den erneut die Muezzine frühzeitig beendeten, nochmals die Grabeskirche - diesmal von innen. Diese Kirche wurde über dem, vorwiegend von orthodoxen Christen angenommenen, Ort des Grabes und Kreuzes Jesu gebaut. In der Kirche, die massivst nach Weihrauch riecht, leben Mönche und Priester der verschiedensten Denominationen. Alle fühlen sich irgendwie verantwortlich und so kommt es nicht selten zu Handgreiflichkeiten wegen der Gebetszeiten oder Opferzuteilungen. Heute morgen ist uns aufgefallen, dass unser Reiseführer abhanden gekommen sein muss. Und nach eingehender ergebnisloser Suche, kam uns die Idee, ihn vielleicht im österreichischen Hospiz wiederzufinden, in das wir uns gestern verirrt hatten. Tatsächlich zog der Mann an der Rezeption unser Buch aus einem Schrank. Gerade eben ging die Sonne unter und die Jugendlichen fangen wieder an Feuerwerke zu veranstalten. Gleich um die Ecke werden wir gleich unsere erste israelische Pizza essen - am Preis lässt sich noch feilen! ;-). Jetzt noch ein Statement zu unserer finanziellen Lage: Nach unserer jetzigen Rechnung und allen Abzügen für die verbleibenden Unterkünfte, verfügen wir über ein tägliches Budget von 320 Pitascheiben. Grüße aus Jerusalem.

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