
Unser letztes größeres Ziel war Bethlehem. So nahm uns Bruder Stephan nach ausgiebigem Frühstück mit dorthin - er selbt musste dort einen Besuch abstatten. Er jagte das Auto über Schleich- und Feldwege, um den Checkpoints zu entgehen direkt vor die Grabeskirche. Schon von weitem sahen wir die acht Meter hohe Betonwand, die die Israelis um die Stadt aufgestellt haben. Als wir die Kirche betreten wollten, erklärte uns ein palästinensischer Polizist, dass wir mit kurzen Hosen nicht hinein dürften - doch sein Kollege ließ uns durch. In der Kirche standen keine Bänke. Im vorderen Teil ragte eine prunkvoll geschmückte Wand in die Höhe, hinter der die Priester in der orthodoxen Kirche Gottesdienst feiern.

Die Besucher sehen nur selten, was hinter der Wand vor sich geht - nämlich dann, wenn die Priester hinter der Wand hervorkommen. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist die Grotte, in der Jesus geboren wurde. Auch hier hängen so viele Lichter, Goldschmuck und Verzierungen, das vom Eigentlichen fast nichts mehr zu sehen ist. Wieder draußen, liefen wir an einigen Kirchen und Moscheen vorbei, durch die Altstadt zurück zum Checkpoint. Hier schossen wir noch einige Bilder von der fast unüberwindbaren Mauer. Von weitem sahen wir ein Tor in der Mauer und liefen darauf zu. Doch schon von Weitem schrie ein Grenzpolizist, wir sollten stehen bleiben - nur einer durfte näher kommen. Wir waren am Checkpoint für Fahrzeuge. Man erklärte uns den Weg zur Personenschleuse, die auf Anhieb zu finden war. Die folgende viertel Stunde war sehr eindrücklich!

Durch lange Gänge mit vielen Überwachungskameras, einigen Drehkreuzen und Militär, kamen wir am Röntgengerät an, wo unsere Sachen mal wieder durchleuchtet wurden. Als Palästinenser muss man sogar seinen Handabdruck hinterlassen. Direkt am Ausgang wartete auch schon ein arabisches Taxi auf uns, dass uns zum Jaffa-Gate nach Jerusalem brachte. Bis zum späten Nachmittag verbrachten wir die Zeit mit Falafelessen, einem Besuch im Johanniter-Hospiz, einer Einkaufstour im Souk und etwas Relaxen am Gartengrab. Rechtzeitig zum Abendgebet trafen wir wieder in Latrun ein. Nach dem Abendessen machten wir uns mit Kaleb, einem Schweden, auf zu einer Nachtwanderung nach der er uns noch von seiner Arbeit mit Palästinensern erzählt hat. Jetzt geht's schlafen und morgen ist ein Ruhetag dran - Shalom aus Latrun.
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